AUTOR: vic_amy_z
ÜBERSETZUNG: liv
GENRE: History, Erotik, Humor
FREIGABE: ab 18
SETTING: 1883 - drei Jahre nachdem Spike von Drusilla zum Vampir gemacht wurde.
INHALT: Darla und Angelus schließen eine Wette ab, doch die ganze Sache läuft sowohl für den Verlierer, als auch für den Gewinner der Wette ganz anders als geplant.
PAARE: Angelus/Spike/Darla/Drusilla in den verschiedensten Kombinationen
KOMMENTAR: Die Story wechselt zwischen den Tagebuch-Einträgen von Angelus ('~~ ~~') und William ('<< >>') hin und her. Gewidmet ist sie Michelle, der Beta-Leserin von vic_amy_z.
Drusilla ist Spikes Sire.
WARNUNG: F/F-Slash!

1 · 2 · 3


One Good Turn
by vic_amy_z



~~ 22. Februar 1883 ~~
(Angelus' Tagebuch)

Ah, wie es scheint bin ich einen Tag hinterher… ich werde mich also bemühen die Lücken zu füllen:

Ich erwachte auch gestern Abend in einem leeren Bett. Und ein weiteres Mal klopfte William zaghaft an meine Türe, dieses Mal grinste er jedoch nicht als er mich sah. Statt dessen waren seine Augen zu Boden gerichtet und sein Gesicht war ein Abbild von Furcht und Sorge. Ich glaube ich habe noch nie einen solch unschuldigen und menschlichen Gesichtsausdruck bei einem Vampir gesehen – ich glaube auch nicht, dass ein Jahrhundert voller Prügel und Auspeitschen ihn von all der Menschlichkeit befreien könnte, die er noch immer in sich trägt. Und nach der vergangenen Nacht bin ich mir auch gar nicht mehr sicher, ob ich das überhaupt möchte.

Wie auch immer. Ich kleidete mich an und gemeinsam gingen wir auf die Jagd. Wir taten dies schnell und ohne Umschweife, und das Töten bereitete uns nur wenig Vergnügen, wenn überhaupt. Beide von uns konnten die ganze Zeit hindurch nur an das denken, was später passieren sollte, jedoch wagte keiner von uns auch nur ein Wort darüber zu verlieren.

Als wir zurück zum Haus kamen waren die beiden Frauen noch immer unterwegs bei der Jagd – es gab keinerlei Zweifel, dass sie sich vor ihrer heiß ersehnten Rückkehr noch einen angenehmen Abend machen wollten. Spike und ich begaben uns in mein Studierzimmer und ich schenkte uns zwei große Gläser Whiskey ein. Wir beide taten so, als ob dies eine völlig normale Tätigkeit sei, der wir uns jeden Abend hingeben würden. Er holte sich eine dieser Zigaretten hervor, die er neuerdings raucht – ich persönlich bevorzuge Zigarren – und bat mich mit einem fragenden Blick um Erlaubnis sie anzünden zu dürfen. Ich nickte ihm zu und er rauchte nervös während wir redeten… über alles abgesehen von dem, über was wir sprechen sollten. Schließlich passierte es.

"Nun, das Wetter ist für diese Jahreszeit wirklich schrecklich," erklärte ich um ein Thema anzuschneiden.

"Das war's – jetzt hab ich genug!" Energisch drückte er die Zigarette an seiner Schuhsohle aus und leerte sein Whiskyglas in einem Zug. "Wir sind Vampire, in aller Herrgottsnamen! Wir scheren uns einen *Dreck* um das verfluchte Wetter! Wir sind Kreaturen der verdammten Nacht! Werden wir also jetzt endlich darüber sprechen oder wird Darla zurückkommen und uns statt dessen für den Rest der Woche bis in die Hölle und zurück prügeln?" Er sah mir mit diesen unglaublich blauen Augen direkt ins Gesicht. "Denn ich weiss ja nicht was dir so vorschwebt, Kumpel, aber ich vermute mal, dass wohl so ziemlich *alles* besser sein muss als das… sogar eine Nacht mit dir!"

"Na danke aber auch," murmelte ich ungehobelt. Aber trotz seines unverschämten Ausbruchs wusste ich, dass er Recht hatte. Ich griff nach der Flasche und füllte unsere Gläser ein weiteres Mal.

"Nun, das ist wohl die beste Idee, die du bislang heute Nacht gehabt hast, Angelus. Auf uns!" Spike kicherte ein wenig bevor er sein Glas ein weiteres Mal leerte und es mir zum Nachschenken reichte.

Während ich mich so langsam aber sicher damit abfand, dass damit wohl jegliche Sire/Childe-Etikette nachhaltig auf Eis gelegt sei, tranken wir den Rest der Flasche aus und versuchten verzweifelt uns einen Plan auszudenken.

"Also, hast du schon mal… abgesehen von heute Nacht, meine ich?"

"Was, mit einem… oder mit Darla?"

"Nun, mit irgendwas… hast du schon jemals… oder hat dich schon mal jemand…?"

"Nur einmal… ich meine, ich war… ich hab jemandem… mich hat noch keiner… ähm…"

"Sieh mal. Ich schätze wir sollten wenigstens in der Lage sein es auszusprechen, da wir es ja zweifellos tun müssen."

"Ich hab' Darla schon mal so genommen, einmal. Mich hat noch nie irgendjemand… oder irgendetwas so genommen. Ich meine, warum sollte ein Mann so etwas tun wollen? Es klingt einfach nur furchtbar."

"Vielen Dank aber auch, Angelus."

"Tut mir leid…"

So kam es, dass wir kurz nach Mitternacht gemeinsam in das große Schlafzimmer stolperten. Wir lachten und fielen die Treppe hinauf um dort die Rückkehr unserer Sires zu erwarten. Ein weiteres Mal zündeten wir die Kerzen an bevor wir unsere Schuhe auszogen und uns auf die weiche Matratze fallen ließen. Wir hatten nur vor es uns gemütlich zu machen so lange wir warteten, jedoch waren wir – dank dem weichen flackernden Licht und der Flasche Whisky – schon kurze Zeit später fest eingeschlafen.

Wir wachten auf als wir hörten, wie sich jemand laut und deutlich räusperte. Ich setzte mich auf und sah, dass Darla und Drusilla auf der Couch Platz genommen hatten, ganz genau wie Spike und ich in der Nacht zuvor. Dru hatte Miss Edith neben sich gesetzt und alle drei warteten gespannt auf den Beginn unserer Vorstellung.

"Komm schon, Daddy," rief sie. "Wach auf und zeig uns etwas. Ich habe Miss Edith versprochen, dass sie viel Spaß haben wird und sie weint doch immer so sehr wenn sie enttäuscht wird."

"Oh ja, Angelus," ahmte Darla ihre begeisterten Rufe mit zuckersüßer Stimme nach. "Du willst Miss Edith doch sicherlich nicht enttäuschen, oder?"

Ich drehte mich zu Spike um, der neben mir auf der Matzratze kniete, und mit einem Mal wurde uns beiden klar, dass wir keine Ahnung hatten, wie wir überhaupt anfangen sollten. Darla begann schließlich damit kurze, zischende Geräusche von sich zu geben, die wie das Surren einer Peitsche klangen. Dies veranlasste Spike auf der Stelle dazu zur Tat zu Schreiten. Er griff nach oben und begann langsam mein Hemd aufzuknöpfen, wobei seine Finger bei jedem einzelnen Knopf zitterten. Ich tat es ihm gleich, wobei keiner von uns beiden dem anderen ins Gesicht blicken wollte.

"Ich bin bereits jetzt gelangweilt, Angelus. Soll ich Dru bitten die Fesseln hereinzubringen?"

Bevor ich noch über eine passende Antwort nachdenken konnte hatte Spike seine Arme schon um meine Taille geschlungen und mich an sich gezogen, wobei er seine Lippen fest auf meine presste. Eine Sekunde lang war ich wie versteinert, aber sein Mund blieb hartnäckig und er berührte mich so zärtlich mit seinen Lippen, so dass ich nichts anderes tun konnte als den Kuss zu erwidern. Ich öffnete meinen Mund und unsere Zungen trafen sich. Zuerst zärtlich und zurückhalten, dann mit wachsender Intensität und Enthusiasmus. Bald küsste er mich so leidenschaftlich, als ob er die Antwort aller Fragen auf meinen Lippen finden könnte und nur so in der Lage sei sie zu lesen. Dieser Kuss war völlig anders als alles andere, was ich je zuvor erlebt hatte. Ich gab mich diesem Gefühl voll und ganz hin.

Als wir uns schließlich voneinander lösten lachte Drusilla laut und sagte: "Miss Edith glaubt, dass ihr schon jetzt eine ganze Menge Spaß habt!" Und dem Druck meiner Hose nach zu urteilen und Spikes hartem Ständer, der gegen mein Bein presste, musste ich ihr wohl oder übel Recht geben!

Spike fuhr damit fort mein Hemd zu öffnen, allerdings zitterten seine Finger nicht mehr ganz so sehr wie noch vor wenigen Minuten. Diesmal sah er mir ungeniert in die Augen während er mich auszog und es schien mir, als wolle er meinen Blick mit seinem festhalten. Dann ließ er seine Augen an meinem nackten Oberkörper nach unten wandern. Seine kühlen Finger zogen eine Linie über meine Brust und glitten meine Arme hinab, bevor sie den Kreis über meinen Bauch hinweg wieder schlossen. Es fühlte sich an wie ein brennender Funkenhauch und ich erwartete schon beinahe, sichtbare Spuren seiner Hände auf meiner Haut zu sehen, so intensiv waren seine Berührungen.

Ich konnte kaum glauben wie unglaublich erregt ich bereits nach nur einem einzigen Kuss war. Ich bin sicher, dass ich diese Gefühle allein mit der Tatsache dass wir beobachtet wurden begründet hätte… hätte ich nicht meine eigene Lust gesehen, die sich in Spikes geweiteten Pupillen widerpiegelte, und hätte ich nicht den Duft seiner Erregung gerochen, der sich mit meinem vermischte.

Er fuhr damit fort mich aus meinen Kleidern zu befreien. Er zog mir mein Hemd und meine Hose aus und berührte jeden Zentimeter meiner nackten Haut mit soviel Ehrfurcht, als würde er eine Marmorstatue anbeten. Einen Moment lang saß ich einfach nur auf dem Bett und ließ ihn gewähren während ich von seinen Berührungen völlig gefesselt war… bis er seinen Kopf nach unten beugte und zärtlich damit begann an einer meiner Brustwarzen zu saugen. Ich zischte als mich das Gefühl dieser unerwarteten Stimulation durchfuhr und ließ meinen Kopf nach hinten fallen, während ich mein Rückgrat durchbog um mich seiner Berührung entgegen zu bäumen.

Niemand hatte sich jemals soviel Zeit gelassen mich auszuziehen und niemand hatte meinen Körper jemals auf diese Art und Weise berührt. Ich war völlig hilflos angesichts dieser neuen Gefühle. Ich erkannte, dass ich – wollte ich nicht riskieren den Abend viel zu schnell und viel zu abrupt endete – wieder einen Teil der Kontrolle an mich reissen musste. Indem ich seine Bewegungen nachahmte zog ich sein Hemd und anschließend seine Hose aus. Ich küsste seine wunderschöne, blasse Haut und lauschte auf diese winzigen Geräusche, die er von sich gab. Ich wollte herausfinden an welchen Stellen seines Körpers er besonders empfindlich war und sobald ich es wusste, schenkte ich diesen Bereichen ganz besonders große Aufmerksamkeit. Inzwischen wurde ich, obwohl er mich überhaupt nicht berührte, durch sein ersticktes Keuchen und durch seine leisen Seufzer selbst zunehmend erregt.

Kurze Zeit später hatte ich mich bis nach unten zu seinem Bauch vorgearbeitet, und konnte die Tatsache, dass er inzwischen sehr nackt und sehr steif war, nicht mehr länger ignorieren. Ich konnte Darlas stechenden Blick auf meinem Körper spüren und hörte, wie sie ihre Position auf der Couch veränderte. Ohne weiter nachzudenken lehnte ich mich nach vorne und nahm die Spitze seiner Erektion in meinen Mund auf. Spikes riss seine Augen auf und sprang in eine sitzende Position wobei er seinen Mund vor lauter Schreck offen stehen ließ. In diesem Moment erkannte ich, dass ich – obwohl *ich* derjenige war der *ihn* befriedigte – trotzdem die Situation unter Kontrolle hatte. Erneut von meinen Taten überzeugt drückte ich ihn nach hinten aufs Bett und hielt ihn unter mir fest, während ich damit begann ihn zärtlich zu lecken und an ihm zu saugen. Als ich fühlte, wie mir eine Woge völliger Ungläubigkeit aus der anderen Ecke des Raumes entgegenschwappte, spornte mich dies noch zusätzlich an. Ich verdoppelte meine Bemühungen mit der festen Absicht, dass Darla am Ende des Abends nicht eine einzige Sache habe würde, worüber sie sich beschweren könnte.

Spike begann unter mir zu stöhnen und sich zu winden, was mich nur dazu veranlasste mich noch mehr anzustrengen. Sein Atmen verwandelte sich in Keuchen und er vergrub seine Finger in meinem Haar… und es fühlte sich wundervoll an.

"Oh Gott, Angelus…" stöhnte er leise. "Jaaaaaa…"

Als ich ihn laut und heftig keuchen hörte verdoppelte ich meine Geschwindigkeit und ließ meine Hände über Spikes Körper wandern, um so noch mehr stöhnende Lustschreie hervorzulocken.

"Angelus… nein… ich bin so… bitte, hör auf…"

Ich hatte absolut keine Ahnung was er von mir wollte, daher kniete ich mich neben ihn und hielt ihn mit fester Hand, während ich meine Faust um seinen Ständer legte um seinen drohenden Orgasmus zu verhindern. Er stöhnte und drehte sich zur Seite während er sich zu einer Kugel zusammenrollte bis er sich wieder unter Kontrolle hatte. Darla kicherte leise über uns, aber ich ignorierte sie und half Spike nach oben bis er wieder vor mir auf dem Bett kniete. Dann zog ich ihn in einem weiteren leidenschaftlichen Kuss an mich. Ich versuchte all meine Gefühle in diesen Kuss hineinzulegen – meine Nervosität wegen dem, was gleich passieren sollte, meine Aufregung, meine Erregung… und meine Unsicherheit. Denn ich wusste nicht mehr für wen wir dies hier überhaupt noch taten… und ich glaube er verstand. Er lehnte sich kurz nach hinten und sah mich mit einem fragenden Blick an. Ich nickte ihm als Antwort langsam zu.

"Ich glaube es wird Zeit," flüsterte ich. "Bist du bereit?"

"Ich hab' Angst," flüsterte er zurück.

"Es ist okay. Ich werde so vorsichtig sein wie ich kann. Es wird alles gut."

Ich küsste ihn noch einmal und wartete dann bis er sich umdrehte. Während unserer limitierten Planung hatten wir entschieden, dass diese Stellung wohl am geeignetsten sei, aber plötzlich verspürte ich das überwältigende Bedürfnis ihn anzusehen während ich in ihn eindrang. Zögernd ließ ich zu, dass er sich in einer Stellung positionierte, die unseren Frauen die bestmögliche Sicht gewährte. Wieder konnte ich fühlen wie ihr Interesse erneut erwachte. Ich griff neben das Bett auf einen schmalen Tisch, wo ich zuvor eine kleine Flasch mit Duftöl deponiert hatte. Von meinem Erlebnis mit Darla wusste ich, dass Öl das Eindringen erleichtern würde. Und obwohl es nicht zwingend vorgeschrieben war hatte ich das Gefühl, dass ich ihm zumindest das schuldig sei.

Ich trug eine großzügige Menge Öl auf meiner eigenen Erektion auf und erzitterte bei der immensen Stimulation. Dann ließ ich ein kleines Rinnsal über seinen Rücken bis nach unten zwischen seine Beine laufen. Es bedeckte seine Haut und rief auch bei ihm ein Zittern hervor. Anschließend brachte ich mich in Position. Ich zögerte bis mir Spike mit einer fast unmerklichen Bewegung seines Kopfes zunickte… dann presste ich langsam nach vorne.

Ein scharfer Atemzug war das einzige Anzeichen dafür, dass er irgendwelches Unbehagen verspürte. Ich presste mich noch einmal gegen ihn und Spike unterdrückte einen Aufschrei. Er atmete nun schneller während er versuchte sich an meine Größe zu gewöhnen. In diesem Moment kam mir in den Sinn, dass ein wenig Vorbereitung mich Sicherheit keine schlechte Idee gewesen wäre, aber dafür war es mittlerweile zu spät. Also fuhr ich damit fort mich weiter in ihn heineinzupressen. Als er endlich meine gesamte Länge in sich aufgenommen hatte strich ich ihm beruhigend über den Rücken und flüsterte: "Bist du okay?"

"Yeah, Kumpel. Mach einfach nur schön langsam, ja?"

Ich nickte und begann damit mich aus ihm zurückzuziehen. Ich hoffte, dass er mir ein Zeichen geben würde wenn es zuviel für ihn sei, denn die Stimulation war beinahe zuviel für mich. Es war völlig anders als alles, was ich jemals zuvor erlebt hatte, sogar mit Darla. Er war so unglaublich eng, dass ich mich fragte ob ich überhaupt noch lange durchhalten würde. Ich begann mich in ihm zu bewegen. Langsam zuerst, dann baute ich allmählich einen Rhythmus auf. Die ganze Zeit über lauschte ich auf Spikes Stöhnen und wusste nicht, ob es ein Anzeichen seiner Lust… oder seines Schmerzes war… oder vielleicht beides zugleich? Einem Teil von mir war es egal.

Während ich seine schmalen Hüften festhielt verlagerte ich mein Gewicht auf dem Bett ein klein wenig. Als ich beim nächsten Mal in einem leicht veränderten Winkel in ihn hineinstieß schrie er beinahe laut auf. Ich war überzeugt, dass er wohl furchtbare Schmerzen haben musste bis er zwischen zwei keuchenden Atemzügen hervorzischte: "Mach das nochmal… um Himmels Willen, mach das nochmal!"

Ich stieß noch einmal in ihn und wieder schrie er laut auf. Daher machte ich weiter und erhöhte den Rhythmus und die Kraft meiner Stöße bis mich mein eigenes Verlangen überwältigte.

"Oh, ja… Will… Spike… das fühlt sich so…" Ich plapperte vor mich hin und es war mir inzwischen völlig egal, ob mich irgendjemand hören konnte.

"Angelus… schneller… jetzt…!" rief er.

Ich wusste, dass ich nicht mehr länger durchhalten würde und mir wurde klar, dass Spike noch immer nicht gekommen war. Plötzlich verspürte ich das Verlangen mit ihm gemeinsam zu kommen. Während ich eine Hand auf seinem Rücken ließ, fasste ich mit der anderen nach unten und umfasste seinen Ständer mit festem Griff. Ich streichelte ihn in kurzen, energischen Bewegungen und seine Hüfte bäumte sich meinen Berührungen wild entgegen. Nach wenigen Sekunden erreichte Spikes Keuchen seinen Höhepunkt und er warf den Kopf zurück und schrie laut auf. Sein Schaft pulsierte in meiner Hand bevor er seinen Samen auf dem Bettlaken vergoss.

Die ungezügelten Laute, die er von sich gab, brachten auch mich augenblicklich Höhepunkt und genau wie er schrie auch ich meine Erleichterung mit lauter Stimme heraus. Völlig befriedigt und erschöpft lehnte ich meinen schweren Körper auf Spike, der nicht in der Lage war unser beider Gewicht zu halten. Gemeinsam fielen wir mit dem Gesicht voran auf die Matratze. Wir mussten angesichts unserer Hilflosigkeit und der lächerlichen Situation laut auflachen und versuchten verzweifelt unsere Gliedmaßen voneinander zu lösen. Wir beide waren nicht mehr als eine einzige klebrige Masse aus zwei völlig befriedigten Vampir-Körpern.

Als wir uns endlich aufrecht hingesetzt hatten waren wir zunächst völlig überrascht als Drusilla mit einem Mal in begeisterten Applaus ausbrach. Ich glaube ich hatte völlig vergessen, dass wir nicht alleine im Raum waren. Spike und ich sprangen vom Bett auf und ließen uns von der Magie des Augenblicks treiben. Wir verbeugten uns wie im Theater übertrieben vor unserem Publikum und verschwendeten nicht einen Gedanken an die Tatsache, dass wir so nackt waren wie am Tag unserer Geburt. Dru schrie und jauchzte indessen immer weiter während sie klatschte und uns imaginäre Luftküsse von sich und Miss Edith zuwarf. Darla dagegen blieb wie versteinert sitzen und bedachte uns mit einer Mischung aus Interesse und tiefster Verachtung.

Aber mir war es inzwischen völlig egal was mein steifer Sire dachte oder nicht. Soweit ich wusste war dies hier ihr Werk und wenn ihr das Ergebnis hinterher nicht gefiel, so war dies nicht mein Problem. Aus dem Augenwinkel sah ich, dass auch Spike Darlas Gesichtsausdruck bemerkt hatte. Er drehte sich zu mir um und hob vielsagend eine Augenbraue, was uns beide erneut in brüllendes Gelächter ausbrechen ließ.

Dann begann ich zu verstehen… wir hatten *Spaß* gehabt. Darla hatte ihre Rache so ausgelegt, dass wir dadurch entehrt und erniedrigt werden. Sie wollte uns für das bezahlen lassen, was wir ihr angetan hatten. Jedoch war die ganze Sache nicht nach Plan verlaufen. Mit diesem Hintergedanken zog ich Spike, der gerade dabei war ein imaginäres Blumen-Bouquet von Miss Edith entgegen zu nehmen, in meine Arme und presste jeden Zentimeter seines Körpers an mich. Ich schlang einen Arm um seinen Rücken und ließ meine andere Hand nach oben wandern um mit meinen Fingern durch sein Haar zu streichen. Dann ließ ich meinen Mund auf seine Lippen harabsinken und gab ihm einen langen und leidenschaftlichen Kuss. Ich erforschte seinen Mund mit meiner Zunge und presste meine Hüften sanft gegen seine. Jetzt war Spike an der Reihe einen Moment lang stocksteif dazustehen, jedoch ließ er sich schnell erweichen und begann, meinen Kuss zu erwidern. Seine Hände wanderten über meinen Rücken und liebkosten mein Schulterblatt.

Ich konnte fühlen wie Drus begeisterter Blick auf uns ruhte während sie Miss Edith liebevoll ins Ohr flüsterte: "Ich glaube Daddy ist scharf auf unseren Spike, was meinst du? Ich glaube das war er schon immer…"

Darla hatte indessen genug gesehen. Sie raffte ihre Röcke zusammen und fegte aus dem Raum ohne den zwei nackten Vampiren, die sich so leidenschaftlich küssten, oder deren begeistertes Publikum noch einen weiteren Blick zu schenken. Als wir hörten wie die Türe zufiel lösten wir uns voneinander und ließen uns zu dritt aufs Bett fallen, während wir wie verrückt kicherten. Es war ein höchst unziemlicher Anblick für einen Meistervampir und seine Childer.

Dru lag glücklich zwischen uns und wir wechselten uns darin ab sie zu küssen und zu streicheln. Sie war vertrautes Territorium und wir beide fühlten uns sicher indem wir uns darauf verlegten unser Verlangen durch ihren Körper zum Ausdruck zu bringen. Aber jedesmal wenn ich ihre Lippen mit meinen berührte, wünschte ich mir, dass es Spikes Mund sei, den ich küsste… Jedesmal wenn ich meine Hand über ihre runden Brüste wandern ließ, wollte ich eigentlich Spikes glatten Brustkorb berühren… und ich hasste mich selbst dafür, dass ich so erbärmlich war.

Da lag Spike, in jeglicher Hinsicht ein gerade mal drei Jahre alter Zögling, der sich völlig gelassen damit beschäftigte seinen Sire zu befriedigen. Er verschwendete nicht einen Gedanken an das, was wir noch wenige Augenblicke zuvor getan hatten. Und hier lag ich und weinte diesem Erlebnis hinterher als ob ich ein liebeskrankes kleines Hündchen sei. Es war genau das Verhalten, das ich noch wenige Tage zuvor zutiefst verachtet hatte… es war genau das, was mich überhaupt erst in dieses Situation gebracht hatte. Ich versuchte mir einen witzigen und ironischen Kommentar einfallen zu lassen… irgendwas nach dem Motto 'der Kreis schließt sich', aber meine Gedanken waren zu verwirrt als dass mir irgendetwas einfallen wollte.

Während ich noch versuchte meine trübsinnigen Gedanken zu vertreiben, begann ich damit Drus Hals wild zu küssen und meine Finger tief in ihrem Haar zu vergraben… wo ich plötzlich auf eine weitere Hand traf. Unsere Fingerspitzen berührten einander und diese Empfindung durchfuhr meinen Arm wie sprühendes Feuer. Über Drus dahingestreckten Körper blickte mich plötzlich ein tiefblaues Augenpaar an und fesselte meinen Blick. Kühle Finger verschlangen sich mit meinen. Wir beide fuhren damit fort die schwarzhaarige Vampirin, die unsere Körper voneinander trennte, zu küssen und zu liebkosen, aber jegliche Konzentration war nur auf die Berührung unserer Fingerspitzen gerichtet. Auf das Kitzeln, wenn sich unsere Haut berührte, auf die Augen, die sich keinen Moment lang abwendeten.

"Dru," flüsterte Spike leise. Sie gab als Antwort nur ein Murmeln von sich während sie sich noch immer unter den Berührungen ihres Sires und ihres Childes räkelte. "Es ist schon spät. Die Sonne wird bald aufgehen. Warum gehst du nicht hinüber und bringst Miss Edith ins Bett. Ich komme dann später nach, ja?"

Sie setzte sich langsam auf und küsste uns beide abwechselnd, bevor sie vorsichtig ihre geliebte Porzellanpuppe von der Couch nahm.

"Wir müssen jetzt gehen," sagte sie streng, als ob sie von der Puppe Widerworte erwartete. "Mein Spikey wird noch eine Weile bei Daddy bleiben… mindestens bis es hell wird… vielleicht auch länger. Ausserdem…" und sie griff in ihr Haar und fasste an die Stelle, an der sich unsere Finger berührt hatten. "Ausserdem muss ich die Sterne aus meinen Haaren kämmen…"

Sie verließ das Schlafzimmer und schloss leise die Türe hinter sich.

"Und was machen wir… mgfh…"

Ich ließ jegliche Frage, die Spike möglicherweise haben konnte, mit meinen Lippen verstummen. Ich küsste seinen kühlen Mund bis er den Versuch zu sprechen aufgab… bis er aufhörte zu denken. Schließlich zog ich mich zurück und blickte in seine saphirblauen Augen, die mich unverwandt ansahen.

"Hier ist niemand mehr außer uns," erklärte er ruhig während ich mit meinen Fingern über seinen Hals und seine Schultern strich.

"Das ist wahr," sagte ich und liebkoste seine Brustwarzen mit federleichten Berührungen.

"Also müssen wir das hier nicht mehr tun, oder?" fragte er mit zitternder Stimme.

"Das ist absolut richtig," stimmte ich mit ihm überein und ließ meine Hand nach unten über seinen flachen Bauch wandern.

"Gut. Ich wollte das nur klarstellen…" Spike ließ seine Augen zurückrollen als ich bei seinem anschwellenden Glied ankam und damit begann ihn langsam zu streicheln. Ich sah zu wie er sich meinen Berührungen hingab und fragte mich, wie wir uns noch vor wenigen Tagen so sehr hassen konnten.

Plötzlich ergriff mich ein winziger Zweifel. Es gab da etwas, das ich wissen musste. "William… Spike…" Die Erwähnung seines neuen Namens brachte seine Aufmerksamkeit zu mir zurück. "Hast du in den letzten Tagen irgendetwas hierüber in dein Tagebuch geschrieben?"

"Vielleicht…" grinste er selbstgefällig.

Ich hielt inne und unterbrach die Zärtlichkeiten mit denen ich seinen Unterleib verwöhnte. Ich wollte auf keinen Fall riskieren, dass er vergaß welche Position er als mein Grand-Child, wenn auch als mein absolutes Lieblings-Grand-Childe, innehatte.

"Hey! Na gut, von mir aus… Ja. Ich habe ein paar Dinge geschrieben. Bist du jetzt zufrieden?"

Ich lächelte und machte dort weiter, wo ich aufgehört hatte. Ich wurde mit eindeutigen Lust-Lauten belohnt. "Also, was wirst du heute Nacht über all das hier schreiben?"

"Nun, also *jetzt* in diesem Moment werde ich sicherlich gar nichts schreiben, das kannst du mir glauben… Autsch! Das ist ja wirklich sehr witzig, Angelus…! Aber wenn du es *ganz genau* wissen willst, ich hab mich noch nicht wirklich entschieden. Es wird wohl davon abhängen, welche Überraschungen du sonst noch so aus dem Ärmel zaubern wirst…"

"Wir beide blickten an meinem nackten Körper entlang.

"Verdammt… hier gibt es ja gar keine Ärmel!"

Ich kicherte als ich Spikes gespielt-überraschten Blick sah. "Ich denke ich werde wohl improvisieren müssen…", erklärte ich.

"Oh… OH! Jaaaaaaaaaaaaaah…"

~*~*~*~

<< 22. Februar 1883 >>
(Williams Tagebuch)

BLOODY HELL…!



~Ende





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